Zerstörer-Bayern-Oldies. Die Seite der Bayernfahrer von 1965 bis 1994

Backen und Banken

Auszug aus dem Reisebericht von Horst Zimmermann:
 
"Bis vor wenigen Tagen war ich  auf einer kleinen Expedition in Spitzbergen.
Temperaturen -14° bis  - 24° .
Bei der  Fahrt mit dem Schneemobil gab es als Mittagessen, man höre und
staune, Lapskaus.
Mitgenommen in Tüten a 200 gr.
Tüte aufreisen, heißes Wasser drauf, Tüte verschließen und für 10 Minuten unter den
Overall stecken. Wenn fertig ist die "Delikatesse" aufgequollen, hat ca. 600 Kalorien und
schmeckt gut; näh, nicht nach Lapskaus. Spiegelei, Gurke, Rollmops und Rote Beete sind
offensichtlich eingearbeitet."


 


Essenausgabe auf dem Zerstörer Bayern, D183.
Unser Smut, Hermann Weber, hat noch einmal Menüs (1967-1969) zusammengestellt (für Vollständigkeit wird keine Haftung übernommen).

Zuerst noch eine kleine Episode:

Ich weiß nicht ob du dich erinnerst, rechts vor dem Kombüsen-Eingang hing so eine Art Schwarzes Brett, da konnte jeder Kritik oder Lob über das Essen loswerden. 

Die Kritik war meist positiv, was das Essen betraf, denn mit den Smut's wollte es sich keiner verscheissern (wo er Recht hat, hat er Recht).  

Einmal stand auf einem Zettel: Das Essen war wieder heiß und reichlichworauf unser Proviantmeister darunter schrieb:  "Ihr sollt nicht dick und fett werden, sondern nur überleben"!!!!



Zum Frühstück und Abendessen gab es:
selbstgebackene Brötchen, Brot, Butter und verschiedenen Aufschnitt.
ab und zu gekochtes Ei, Spiegelei, Rührei etc.
 
Zum Mittag gab es:
Schweinebraten mit Rotkohl und Kartoffeln
Hackbraten mit Mischgemüse und Kartoffeln
Hähnchen mit Kartoffelsalat (gab es reichlich, da ein drittel der Besatzung seekrank war. Rückfahrt von Tenerriffa)
Frikadellen mit Gemüse und Püree (Anmerkung von mir: den Kümmel hätten sie wegen mir nicht reintun müssen in die Frikadellen)
Gulasch mit Nudeln (war immer sehr beliebt)
Erbsen,-Linsen,-Gemüseeintopf mit Würstchen
Bratwurst mit Sauerkraut und Püree
Schnitzel mit Kartoffelsalat
Königsberger Klopse
und ab und zu auch Labskaus mit einer Flasche Bier
und jeden Tag Nachtisch



Menüplan der Fregatte Bayern


Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung durch
Marinekommando
Presse- und Informationszentrum
Info-Service / Bürgerfragen



Signäler bei der Arbeit in der Kombüse



Woher stammt das "Backen und Banken"

Was früher noch „Schaffen – Schaffen“ hieß, nennt sich heute„Backen und Banken“. Es ist eines der gewichtigsten Kommandos für die Mannschaft auf einem Marineschiff. Geht es doch darum sich gemeinsam zum Essen zu versammeln und diese wohlverdiente Pause zu genießen.

Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts wurde noch zum ankündigen des Essens der Ausruf „Schaffen – Schaffen!“ verwendet. Dazu musste der Kajütsjunge oder der Kochsjunge durch alle Decks laufen und zweimal laut „Zum Schaffen, unten und oben schaffen!“ rufen. Nach und nach wurde dann, vermutlich auf Segelkriegschiffen, das Kommando „Backen und Banken herunterschlagen!“ gebräuchlicher. Dabei war gemeint, die aus Platzersparnisgründen eingeklappten, Bänke und Tische aufzustellen. Später wurde daraus, die noch heute übliche, Kurzform„Backen und Banken“.

 

Verwendung in der Marine

Heutzutage wird „Backen und Banken“ nur noch bei der Deutschen Marine und auf Segel- und anderen Sportbooten verwendet. Wobei der Marinesoldat vor dem Platznehmen an der Back (Tisch) den Backältesten, denjenigen mit dem höchsten Dienstgrad oder der längsten Stehzeit an Bord, mit: „Frage, an die Back?“ ansprechen muss und erst nach dessen Erlaubnis sich dazu setzen darf. Wird keine Erlaubnis gegeben muss man es an der nächsten Back versuchen, wobei dies ein eher seltener Fall ist. Gegessen wird gemeinsam und die Back wird auch gemeinsam, wiederum durch den Backältesten angekündigt, verlassen.


Ein Labskausrezept von Horst Zimmermann



Von unseren Kameraden Nikolaus Albers und Horst Zimmermann